Omar schluckt, als wir fragen, woher er kommt: „Aus Aleppo“, antwortet er leise. Mit seinem Cousin Mohammed floh er zunächst in den Libanon, wo er eine Weile blieb, um möglichst schnell wieder nach Hause zurückzukehren. Schließlich kam er über die Balkanroute vor fast einem Jahr nach Deutschland. Wenn er von seiner Familie in Syrien spricht, wird er leise, die Mundwinkel zucken, zieht dann das Handy aus der Tasche und zeigt uns Bilder: Er ist stolz auf seine Eltern, seine Familie, und er hat Angst um sie. Aber er sieht nach vorn: Gerne möchte er in Deutschland eine Schreinerlehre machen. „Dafür muss ich noch mehr Deutsch lernen.“ Omar wirkt noch ein wenig unsicher, ob er das alles denn schafft.

Sieben junge Männer und Frauen, alle um die 20 Jahre alt, aus Albanien, Eritrea, dem Iran und Syrien, waren der Einladung der Schülerinnen und Schüler des Geographie-Leistungskurses der Stufe 11 zum Kennenlernen gefolgt. Etwas schüchtern und ängstlich blieben sie zunächst als Gruppe zusammen, doch bald war das Eis geschmolzen, und es entwickelten sich intensive, interessante Gespräche über Hobbys, Fußball, Schule, Familie und Religion - meist auf Deutsch, denn die Gäste haben in dem 7-monatigen Kurs schon sehr gut Deutsch gelernt. Auch Dragana Vucicevic ist begeistert von der Motivation und dem Einsatz ihrer Schüler. Und sie kennt die Schicksale ihrer Schützlinge, die sie nun erzählen:
Der eine hat nach dem Schulabschluss sein Land verlassen, der andere hat ein Studium abgebrochen, der dritte hatte lange keine Arbeit. Der eine konnte mit dem Flugzeug nach Deutschland fliehen, der andere musste die Fahrt über das Mittelmeer auf sich nehmen.

Sichtlich stolz zeigten die Gäste ihren Gesprächspartnern im Atlas, wo ihr Zuhause ist. Auch dass die Erdkunde-Schüler sich so intensiv mit ihren Ländern beschäftigten, sogar ihre Ergebnisse auf Plakaten präsentierten, weckte Freude und Stolz. Und obwohl Entwicklungsstand und politische Situation, Fluchtgründe und Fluchtrouten erarbeitet worden waren, gab es doch noch viele Überraschungen: Wie sehr die Christen im Iran verfolgt werden, war uns allen z.B. nicht bewusst. Wie schön, dass die iranischen Flüchtlinge nun hier ein friedvolles Weihnachtsfest feiern können.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

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